Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2018-2019

 

Hauptseminar: Literatur und Provokation

MA Studiengang Niederlandistik im Internationalen Kontext (Modul 1)
MA Studiengang Angewandte Literaturwissenschaft / Gegenwartsliteratur (Modul 3)
Kode Vorlesungsverzeichnis: S 16815
Wintersemester 2018-2019, Dienstag 16-18 Uhr

Zeitgenössische Literatur provoziert – und muss vielleicht sogar provozieren, um Literatur genannt zu werden. Die Autoren tasten die Grenzen der Moral ab, sie brechen die letzten Tabus und wagen Formexperimente, die ihren Lesern das Äußerste abverlangen. In diesem Seminar werden drei „provozierende“ Romane näher unter die Lupe genommen: Der jüdische Messias des niederländischen Schriftstellers Arnon Grünberg (2014), Unterwerfung (2015) des Franzosen Michel Houellebecq und Imperium (2011) des Schweizer „enfant terrible“ Christian Kracht. Wir analysieren die literarischen Mittel, die Autoren einsetzen, und untersuchen die Rezeption der drei Romane im deutschen literarischen Feld. Im Bereich der Theorie steht nicht nur das Phänomen Skandalautor und -literatur im Mittelpunkt, sondern auch das Verhältnis zwischen Literatur und Recht. Darüber hinaus wird es immer wieder um die Frage gehen, welche Stimmen zu hören sind: die der Figuren, einer nicht-individualisierten Erzählinstanz oder vielleicht sogar die des Autors selbst?

Seminarsprache: Deutsch.

 

Seminar: Onderzoekspraktijken: Ghysbreght van Aemstel

BA Studiengang Niederlandistik (Modul 7)
Kode Vorlesungsverzeichnis: S 16808
Wintersemester 2018-2019, Dienstag 10-12 Uhr

Die vermutlich bekannteste Tragödie des 17. Jahrhunderts aus den Nördlichen Niederlanden ist Joost van den Vondels Ghysbreght van Aemstel (1637). Mehr als dreieinhalb Jahrhunderte wurde das Stück jedes Jahr rund um Weihnachten im Amsterdamer Theater aufgeführt. Auch in der Literaturwissenschaft hat Vondels Text zahlreiche Spuren hinterlassen und eine inzwischen zwei Jahrhunderte lange Forschungstradition angestoßen. Diese soll, nachdem wir uns in den ersten Sitzungen eingehend mit dem Primärtext beschäftigt haben, in diesem Seminar im Mittelpunkt stehen. Wir untersuchen, welche Fragestellungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts vorherrschen und welchen Forschungstraditionen sie zugeordnet werden müssen. Das Seminar bietet so eine komprimierte Historiographie der literaturwissenschaftlichen Niederlandistik und beleuchtet die Aufeinanderfolge unterschiedlicher methodologischer und theoretischer Ansätze.

Seminarsprache: Niederländisch.

 

Einführungskurs: Niederlandistik und die Geisteswissenschaften

BA Studiengang Niederlandistik (Modul 5)
Offen für 1@FU
Kode Vorlesungsverzeichnis: EK 16806
Wintersemester 2018-2019, Montag 14-16 Uhr

Die Frage, warum es wichtig ist, dass man an Universitäten Niederländische Philologie studieren kann, lässt sich auch in einen größeren Kontext stellen: warum studieren wir eigentlich Fächer, die zu den Geisteswissenschaften zählen? Das Seminar betrachtet die Niederlandistik in erster Linie als geisteswissenschaftliche Disziplin und geht auf die Frage ein, was Geisteswissenschaften sind, was ihr Forschungsobjekte ist und welche Fragen sie beantworten möchte. Wir werden uns nicht nur mit dem aktuellen, teilweise sehr kritischen Diskurs über die Geisteswissenschaften auseinandersetzen, sondern anhand einer Reihe von historischen Schlüsseltexten auch mit der Geschichte der Humanities, wie sie im Englischen üblicherweise genannt werden. So bereitet das Seminar auch auf die Fragestellungen und methodologischen Rahmen vor, mit denen sich Studierende in der sprach- und literaturwissenschaftlichen Niederlandistik befassen.

Seminarsprache: Deutsch.

 

Einführungskurs: Geschichte der Niederlande

BA-Studiengang Niederlandistik (Modul 5)
Offen für 1@FU
Kode Vorlesungsverzeichnis: EK 16805
Wintersemester 2018-2019, Montag 10-12 Uhr

Die Geschichte der Niederlande und Flanderns, des niederländischsprachigen Teil Belgiens, ist sehr bewegt. In diesem Seminar betrachten wir die wichtigsten Entwicklungen von der Frühen Neuzeit bis heute. Im Mittelpunkt stehen dabei zum Beispiel die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen im 17. Jahrhundert, die koloniale Tradition in den Niederlanden und Belgien, der Modernisierungsprozess im 19. und 20. Jahrhundert, die Bedeutung der beiden Weltkriege für die Niederlande und Belgien sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Politik und Mentalität. Die Studierenden lernen in diesem Seminar darüber hinaus in Übersetzung eine Reihe kanonischer literarischer Texte aus den Niederlanden und Flandern kennen, die bestimmte historische Entwicklungen widerspiegeln.

Seminarsprache: Deutsch

 

Grundkurs Literaire non-fictie

MA-Studiengang Niederlandistik im internationalen Kontext (Modul 1)
BA-Studiengang Niederlandistik (Modul 10)
Kode Vorlesungsverzeichnis: GK 16814
Wintersemester 2018-2019, Dienstag 14-16 Uhr

Der Erfolg literarischer Non-Fiction scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Seit gut fünfzehn Jahren erreichen Autoren wie Geert Mak (De eeuw van mijn vader – 1999), Suzanna Jansen (Het pauperparadijs – 2008) oder Alexander Münninghoff (De stamhouder – 2014) Auflagenzahlen, von denen so mancher Belletristik-Autor nur träumen kann. Alle drei schreiben sie Familienchroniken auf der Grundlage von oral history und Quellenmaterial, das die entsprechenden Familien aufbewahrt haben. Woher kommt die Vorliebe für die history from below und wie wird diese von erfolgreichen Autoren dieses Genres bedient? Welche impliziten und expliziten Ziele streben sie mit ihrem Werk an und welche literarischen Mittel setzten sie dafür ein? Wie gehen sie mit den Authentizitäts- und Wirklichkeitsansprüchen um, die für nicht-fiktionale Literatur kennzeichnend sind? Diese und andere Fragen stehen in einem Forschungsseminar im Mittelpunkt, das innerhalb der literaturwissenschaftlichen Forschungstradition der Niederlandistik im Prinzip Neuland betritt.

Seminarsprache: Niederländisch.